Feinguss.net — Fachreferenz
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Fachreferenz · Wachsausschmelzverfahren · Investment Casting

Feinguss —
Präzision in Metall.

Eine technische Referenz für Konstrukteure und technische Einkäufer: Werkstoffwahl, erreichbare Toleranzen, industrielle Anwendungen und der Vergleich des Wachsausschmelzverfahrens mit Sandguss und Zerspanung.

FachgebietMetallurgie · Gießereitechnik VerfahrenDIN EN ISO 17296 SpracheDeutsch · Technisch Aktualisiert2026
Feinguss-Keramikschalen im Brennofen bei rund 1000 °C — Schalenbrand vor dem Abguss
— 01 Geglühte Keramikschalen im Brennofen Schalenbrand · ca. 1.000 °C
§01Grundlagen

Was ist Feinguss?

Feinguss — international als Investment Casting bekannt — ist das Präzisionsgussverfahren mit der längsten kontinuierlichen industriellen Geschichte. Die Wurzeln reichen über 4 000 Jahre zurück; in seiner heutigen Form wurde das Verfahren in den 1940er-Jahren für die Luft- und Raumfahrt industrialisiert. Der zentrale Gedanke ist einfach: Ein präzise gefertigtes Wachsmodell wird mit einer feuerfesten Keramikschale umhüllt; das Wachs wird ausgeschmolzen, die Schale gebrannt, und flüssiges Metall füllt den entstandenen Hohlraum.

Das Ergebnis ist ein Gussteil, das in Geometriefreiheit, Maßhaltigkeit und Oberflächengüte deutlich näher am fertigen Bauteil liegt als jedes andere Urformverfahren. Hinterschneidungen, dünne Wandstärken, integrierte Funktionsflächen und komplexe Innengeometrien — all das ist im Feinguss gleichzeitig in einem Stück realisierbar. Genau hier liegt der wirtschaftliche Vorteil: Was im Feinguss in einem Schritt entsteht, müsste sonst aus mehreren zerspanten oder geschmiedeten Komponenten zusammengefügt werden.

Feinguss ist nicht das billigste Verfahren — sondern dort das wirtschaftlichste, wo Geometrie, Werkstoff und Stückzahl zusammenwirken. — Konstruktive Entscheidungslogik

Wann lohnt sich Feinguss?

Die wirtschaftliche Schwelle liegt typischerweise bei 50 bis 200 Stück eines mittelgroßen Bauteils, abhängig von Geometriekomplexität und Werkstoff. Unter dieser Stückzahl dominiert die Werkzeugamortisation; darüber hinaus wird Feinguss gegenüber alternativen Verfahren zunehmend attraktiv. Drei Konstellationen sprechen besonders deutlich für das Verfahren:

  • Komplexe Geometrie — innere Kanäle, mehrere Anschlussseiten, organische Formen, die zerspanend nur mit hohem Werkzeugaufwand und niedriger Materialausnutzung herstellbar wären.
  • Schwer zerspanbare Werkstoffe — austenitische und Duplex-Edelstähle, hitzebeständige Stähle, Nickel- und Kobaltbasislegierungen, deren Bearbeitung aus dem Vollen unverhältnismäßig teuer ist.
  • Hohe Anforderungen an Oberfläche und Maßhaltigkeit bei gleichzeitig komplexer Geometrie — wo Sandguss zu grob und CNC zu aufwendig wäre.

Die Verfahrensschritte im Überblick

Abguss von flüssigem Stahl in vorgewärmte Keramikschalen — der zentrale Verfahrensschritt im Feinguss
Abb. 02  ·  Abguss flüssigen Stahls in vorgewärmte Keramikschalen

Auch wenn diese Referenz keinen Schritt-für-Schritt-Prozessleitfaden ersetzen soll, ist ein knapper Überblick für das Verständnis der Folgenkapitel hilfreich. Das Verfahren gliedert sich in Wachsmodellherstellung (Spritzguss in Aluminium-Werkzeugen), Schalenaufbau (mehrlagiges Tauchen in Schlicker und Besanden mit feuerfesten Granulaten), Entwachsen (im Autoklaven oder Flash-Ofen), Schalenbrand (bei rund 1 000 °C zur Aushärtung), Abguss (vorgewärmt, häufig im Vakuum oder unter Schutzgas) und schließlich Knockout, Trennen, Entgraten und Wärmebehandlung. Jede dieser Stufen prägt die späteren Eigenschaften — und entscheidet über die Wahl des Lieferanten.

§02Werkstoffe

Werkstoffe & Legierungen.

Praktisch jeder gießbare metallische Werkstoff lässt sich im Feinguss verarbeiten — die Auswahl wird in der Praxis durch Bauteilanforderung, Schmelzaggregat des Lieferanten und Wärmebehandlungsmöglichkeiten bestimmt. Die folgende Übersicht konzentriert sich auf die im europäischen Industrieguss meistverarbeiteten Legierungen und ihre typischen Einsatzgebiete.

Nichtrostende Stähle

Die mit Abstand größte Werkstoffgruppe im Feinguss. Austenitische Stähle dominieren wegen ihrer Korrosionsbeständigkeit, Schweißbarkeit und der guten Vergießbarkeit. Martensitische und Duplex-Sorten kommen dort zum Einsatz, wo höhere Festigkeit oder kombinierte Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit gefordert ist.

Werkstoff Typ Eigenschaften Typische Anwendung
1.4408GX5CrNiMo19-11-2 / CF8M Austenit Säurebeständig, Mo-legiert, schweißbar, gute Tieftemperatur-Eigenschaften Armaturengehäuse, Pumpenbau, Lebensmittelindustrie
1.4308GX5CrNi19-10 / CF8 Austenit Standard-Edelstahlguss, beständig gegen Wasser und atmosphärische Korrosion Armaturen, Bauwesen, allgemeiner Maschinenbau
1.4581GX5CrNiMoNb19-11-2 Austenit (Nb-stab.) Beständig gegen interkristalline Korrosion bis ca. 400 °C Chemie, Petrochemie, Schweißkonstruktionen
1.4470GX2CrNiMoN22-5-3 Duplex Hohe Festigkeit, hervorragende Spannungsrisskorrosionsbeständigkeit Offshore, Meerwasser, Chemieanlagen
1.4313GX4CrNi13-4 Martensit (weichmart.) Hohe Zähigkeit, schweißbar, vergütbar Wasserkraftturbinen, Pumpenlaufräder

Werkzeug- und Vergütungsstähle

Stähle dieser Gruppe werden im Feinguss vor allem für hochbelastete Strukturteile, Wehrtechnik und Werkzeugkomponenten gewählt. Wesentlich ist hier die Beherrschung der Wärmebehandlung — Härten, Anlassen, Vergüten — durch den Gießer.

Werkstoff Typ Eigenschaften Typische Anwendung
1.722542CrMo4 / 4140 Vergütungsstahl Hohe Festigkeit nach Vergütung, gute Zähigkeit Wellen, Hebel, Strukturteile, Wehrtechnik
1.0501C35 / GS-C35 Vergütungsstahl (unleg.) Schweißbar, einfach vergütbar, kostengünstig Allg. Maschinenbau, Hebezeuge, Anbauteile
1.658234CrNiMo6 Hochfester Vergütungsstahl Sehr hohe Zähigkeit und Festigkeit, Großbauteile Antriebskomponenten, Wehrtechnik, Schwermaschinenbau
1.6359GS-30NiCrMo6-3-3 Hochfester Stahlguss Vergütet bis > 1 000 N/mm², gute Schlagzähigkeit Hochbelastete Strukturkomponenten, Sondermaschinen

Hitzebeständige und Sonderlegierungen

Für Anwendungen jenseits 600 °C oder unter aggressiven Medien werden hitzebeständige Stähle und Nickelbasislegierungen vergossen. Die Beherrschung dieser Werkstoffe verlangt einen geeigneten Schmelzofen — in der Regel Vakuum-Induktion oder zumindest eine kontrollierte Schutzgasatmosphäre — sowie engere Toleranzen in Charge und Temperaturführung. Typische Vertreter sind hochlegierte Cr-Ni-Stähle (1.4848, 1.4837), Inconel- und Hastelloy-Familien sowie Stellite-Kobaltlegierungen für Verschleißanwendungen.

Hinweis zur Werkstoffauswahl

Die richtige Legierung ergibt sich aus dem Lastfall, nicht aus dem Katalog. Faustregel für die frühe Konstruktionsphase: Beginnen Sie bei mechanischer Belastung mit 1.7225, bei Korrosionsanforderung mit 1.4408, bei kombinierter Beanspruchung mit Duplex-Werkstoffen — und prüfen Sie früh mit dem Lieferanten, ob Schmelzaggregat und Wärmebehandlung den gewählten Werkstoff wirtschaftlich abbilden.

§03Maßhaltigkeit

Toleranzen & Oberfläche.

Die Maßhaltigkeit eines Feingussteils wird von einer Kette aus Wachsmodell-Schwund, Schalenausdehnung beim Brand und Abkühlschwindung der Legierung bestimmt. Aus diesem Grund werden Toleranzen nicht punktuell, sondern klassenweise nach einheitlichen Normen vereinbart. Die im europäischen Raum dominierende Referenz ist das VDG-Merkblatt P 690 (Allgemeintoleranzen für Gussstücke), das Toleranzklassen CT1 bis CT16 definiert.

Standard-Maßtol.
CT5–CT7
Übliche Maßtoleranzklasse im Serien-Feinguss, entsprechend ±0,3 bis ±0,8 mm bei mittleren Bauteilgrößen.
Oberfläche, gegossen
Ra 3,2 – 6,3 μm
Ohne mechanische Nachbearbeitung erreichbarer Rauheitsbereich, abhängig von Schalensystem und Werkstoff.
Mindestwandstärke
≈ 2 mm
Wirtschaftliche Untergrenze für Edelstahl. Lokal sind 1,0–1,5 mm möglich, jedoch mit erhöhtem Ausschussrisiko.
Stückgewicht
5 g – 80 kg
Praktischer Bereich europäischer Feingießereien. Größere Stücke erfordern Spezialanlagen.
Formschräge
Da das Wachsmodell verloren ist, sind Formschrägen — anders als bei Druckguss — meist nicht erforderlich.
Lochdurchm. min.
≈ 1,5 mm
Direkt gegossene Bohrungen mit ausreichender Tiefe und Reproduzierbarkeit.

Diese Werte sind Richtwerte für ein gut beherrschtes Verfahren. Engere Toleranzen — etwa CT4 oder Oberflächen unter Ra 3,2 μm — sind realisierbar, jedoch mit überproportional steigenden Kosten verbunden. Konstruktiv sinnvoller ist es in der Regel, kritische Funktionsmaße bewusst als Bearbeitungsmaße auszuweisen und die übrige Geometrie in Standardklassen zu belassen.

Schwund und Schwundkompensation

Die werkstoffabhängige Volumenkontraktion zwischen Gusszustand und Raumtemperatur — der Schwund — liegt für die wichtigsten Eisenlegierungen zwischen rund 1,8 % und 2,4 %. Bei der Wachsmodellauslegung wird dieser Wert vorab ins Werkzeug eingerechnet, was eine enge Abstimmung zwischen Konstruktion, Modellbau und Gießerei voraussetzt. Asymmetrische Geometrien können zu lokal abweichendem Schwund und somit zu Verzug führen — ein Aspekt, der in der Konstruktionsphase mit dem Lieferanten zu klären ist.

§04Vergleich

Feinguss, Sandguss, Zerspanung.

Die Verfahrenswahl ist eine wirtschaftliche und konstruktive Entscheidung — kein Bekenntnis. Die folgende Übersicht stellt die drei in der Praxis konkurrierenden Verfahren auf den entscheidenden Achsen gegenüber: Geometriekomplexität, Maßhaltigkeit, Oberfläche, Stückkosten und Werkzeugkosten.

Kriterium
Sandguss
CNC-Zerspanung
Geometriekomplexität
Mittel — formschrägenpflichtig, einfache Kerne
Mittel — limitiert durch Werkzeugzugang
Maßtoleranz (typ.)
±0,8–2,0 mm (CT8–CT11)
±0,01–0,1 mm (IT6–IT8)
Oberfläche, ungeprüft
Ra 12,5–25 μm
Ra 0,8–3,2 μm
Materialausnutzung
Hoch (~ 80 %)
Niedrig–mittel (30–70 %)
Werkzeug-/Modellkosten
Niedrig — Holz- oder Hartmodell
Keine — Programmieraufwand
Wirtschaftlich ab Stückzahl
~10 Stück
1 Stück
Werkstoffvielfalt
Sehr breit
Limitiert auf zerspanbare Halbzeuge

Die in der Praxis sinnvollste Strategie ist häufig Verfahrenskombination: Komplexe Grundgeometrie als Feingussteil, kritische Funktionsmaße zerspanend nach. Aufmaße von 0,5 bis 2 mm an mechanisch zu bearbeitenden Flächen sind dafür Standard und werden vom Gießer bereits im Werkzeug berücksichtigt.

§05Anwendungen

Industrielle Anwendungen.

Feinguss ist heute ein industrielles Querschnittsverfahren. Vier Branchen prägen das europäische Auftragsvolumen besonders deutlich — und in jeder dieser Branchen sind es bestimmte Bauteilfamilien, die das Verfahren konkurrenzlos macht.

01 / Armaturen

Industriearmaturen & Fittings

Komplexe Mehrwege-Ventilkörper, Double-Block-and-Bleed-Gehäuse, Klappen- und Kugelhahnkörper, Verteiler. Geometrien, die sich aus Halbzeug nicht wirtschaftlich darstellen lassen.

DBBPN16–PN1601.4408 · 1.4581
02 / Wehrtechnik

Wehrtechnik & Sicherheit

Hochbelastete Strukturteile mit komplexer Geometrie aus vergüteten Stählen — typischerweise auf Basis von 1.7225 oder 1.6582, mit anschließender Vergütung und ggf. Nitrierung.

42CrMo4vergütetCharge-rückverfolgbar
03 / Petrochemie

Petrochemie & Energie

Mediumberührte Komponenten unter aggressiven Betriebsbedingungen: Pumpenlaufräder, Ventilinnenteile, Verteilergehäuse. Werkstoffe nach NACE MR0175, Duplex bei kombinierter Spannungsrisskorrosionsbeanspruchung.

NACEDuplexInconel
04 / Pumpen & Strömung

Pumpen- & Strömungstechnik

Laufräder, Leitapparate, Spiralgehäuse mit komplexen 3D-Schaufelgeometrien. Maßhaltigkeit der Schaufelkanäle entscheidet über den hydraulischen Wirkungsgrad — der natürliche Anwendungsfall für Feinguss.

1.4313CFD-optimiert3D-Schaufel
05 / Lebensmittel & Pharma

Lebensmittel & Pharma

Hygienisch ausgelegte Bauteile aus 1.4404 / 1.4408: Kupplungen, Ventilgehäuse, Anschlussstücke. Anforderungen an polierte Oberflächen und CIP-Tauglichkeit nach EHEDG bestimmen die Nachbearbeitung.

EHEDGRa ≤ 0,83.1-Zeugnis
06 / Allgem. Maschinenbau

Allgemeiner Maschinenbau

Hebel, Halter, Anschluss­elemente, Gelenkkomponenten. Klassisches Anwendungsfeld für die Substitution von Schweißkonstruktionen durch ein einteiliges Gussbauteil.

SchweißersatzSerienbauteilC35
§06Standards

Qualitäts­standards.

Die Qualität eines Feingussteils ist nur so belastbar wie das Regelwerk, gegen das es geprüft wird. Im europäischen Industrieguss haben sich folgende Normen, Werkszeugnisse und Verbandsmerkblätter als Mindeststandards etabliert. Wer Feinguss beschafft, sollte diese Referenzen in der Bestellspezifikation namentlich nennen — nicht nur die Werkstoffnummer.

ISO 9001
Qualitätsmanagementsystem — die Grundvoraussetzung jedes ernstzunehmenden Industriegießers. Audit-Nachweis sollte Teil der Lieferantenqualifikation sein.
QMS · Basis
VDG P 690
Allgemeintoleranzen für Gussstücke — VDG-Merkblatt zur Festlegung von Maß- und Lagetoleranzklassen (CT-Klassen). Zentrale Referenz für die Zeichnungseintragung.
Toleranzen
VDG P 695
Bearbeitungszugaben für Gussstücke — VDG-Merkblatt zu üblichen Aufmaßen je nach Bauteilgröße und Lage der zu bearbeitenden Fläche.
Bearbeitung
VDG P 960
Visuelle Beurteilung von Oberflächen­fehlern bei Gussstücken — Merkblatt zur Bewertung von Oberflächenmerkmalen und Klassifizierung zulässiger Befunde.
Oberfläche
DIN EN 10204
Werkszeugnisse — Klassifikation von Prüfbescheinigungen. Für sicherheitsrelevante Anwendungen ist Abnahmeprüfzeugnis 3.1 Standard, für höchste Anforderungen 3.2 mit Abnahme durch unabhängige Stelle.
Zeugnis
DIN EN 1559
Allgemeine technische Lieferbedingungen für Gussstücke aus Stahl, Eisen und Nichteisenmetallen — Basisnorm für Lieferspezifikationen.
Lieferung
DIN EN ISO 17296
Zerstörungsfreie Prüfung für Gussstücke — Sichtprüfung, Eindringprüfung (PT), Magnetpulverprüfung (MT), Röntgenprüfung (RT) und Ultraschallprüfung (UT) je nach Bauteilkategorie.
Prüfung
PED 2014/68/EU
Druckgeräterichtlinie — relevant für drucktragende Komponenten in Armaturen und Anlagenbau. Gießer benötigen entsprechende Qualifikation des QM-Systems und Werkstoffzulassungen (AD 2000-Merkblätter).
Druckgeräte
NACE MR0175
Korrosionsbeständigkeit gegen Sauergas (H₂S) — verbindlich in der Öl- und Gasindustrie. Schreibt zulässige Härtegrenzen, Werkstoffe und Wärmebehandlungszustände vor.
Petrochemie

Eine belastbare Bestellspezifikation kombiniert in der Regel vier Ebenen: Werkstoffnummer, Maßtoleranzklasse nach VDG P 690, Oberflächen-Akzeptanzkriterien nach VDG P 960 und Werkszeugnis nach DIN EN 10204. Wer diese Ebenen nicht definiert, überlässt sie implizit dem Gießer.

Beschaffungsstrategie · 2026

Feinguss aus der Türkei.

Türkische Feingießereien haben sich in den letzten zehn Jahren als ernstzunehmende Lieferantenbasis für den europäischen Markt etabliert — getragen von EU-Zollunion, kurzen Lieferwegen, kompetitiven Stundensätzen und einer wachsenden Zahl ISO-9001-zertifizierter Betriebe mit deutschsprachiger Kundenbetreuung. Für viele deutsche Einkäufer ist das Land heute der wirtschaftlich attraktivste Beschaffungsmarkt innerhalb der Vier-Stunden-Flugzone.

~ 35 %
Kostenvorteil ggü. DE-Beschaffung
3–5 Tage
LKW-Transit nach DE/AT
0 %
Einfuhrzoll (EU-Zollunion)
ISO 9001
Standard bei Industriebetrieben
Angebot anfordern

Worauf bei der Lieferantenauswahl achten

  • Schmelzaggregat & Werkstoffspektrum IGBT-Mittelfrequenz-Induktionsöfen für saubere Edelstahl­schmelzen; Vakuum-Induktion für Sonderlegierungen.
  • Wärmebehandlung im Haus Lösungsglühen, Vergüten, Anlassen — interne Kontrolle reduziert Durchlaufzeit und Logistik­risiko.
  • Prüfwesen nach EN 10204 3.1-Werkszeugnisse standardmäßig, 3.2 auf Anfrage; ZfP-Methoden PT, MT, RT je Bauteilkategorie.
  • Erfahrung mit deutschen Spezifikationen Vertrautheit mit VDG-Merkblättern, DIN-Normen und deutschsprachiger Zeichnungs­konvention.
§07Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen.

Wann ist Feinguss wirtschaftlicher als CNC-Bearbeitung?
Sobald die Geometrie komplex genug ist, dass die Zerspanung mehrere Aufspannungen oder spezielle Werkzeuge erfordert — und die Stückzahl die Werkzeugamortisation trägt (typischerweise 50 bis 200 Stück bei mittleren Bauteilen). Bei einfachen Geometrien aus Standardhalbzeug bleibt CNC die wirtschaftlichere Option. Eine pauschale Antwort gibt es nicht; sinnvoll ist eine Kostengegenüberstellung mit dem Lieferanten anhand der konkreten Geometrie und Stückzahl.
Welche Maßtoleranzen kann ich auf der Zeichnung erwarten?
Im Standard-Serien-Feinguss sind Toleranzklassen CT5 bis CT7 nach VDG-Merkblatt P 690 erreichbar — das entspricht etwa ±0,3 bis ±0,8 mm bei mittleren Bauteilen. Engere Toleranzen sind möglich, jedoch mit überproportional steigenden Kosten verbunden. Empfehlenswert ist es, kritische Funktionsmaße als Bearbeitungs­maße mit Aufmaß auszuweisen und die übrige Geometrie in Standardklassen zu belassen.
Welche Werkstoffe sind im Feinguss verarbeitbar?
Praktisch alle gießbaren Eisen- und Nichteisenlegierungen: nichtrostende Stähle (1.4408, 1.4581, 1.4308, Duplex 1.4470), Werkzeug- und Vergütungsstähle (1.7225, 1.6582, C35), warmfeste und hitzebeständige Stähle, Nickel- und Kobaltbasis­legierungen sowie Aluminium-, Kupfer- und Bronze­legierungen. Welche dieser Werkstoffe ein konkreter Lieferant wirtschaftlich abbildet, hängt von seinem Schmelzaggregat und seiner Wärmebehandlungs­ausstattung ab.
Wie lang ist die typische Durchlaufzeit von der Anfrage bis zur Erstmusterlieferung?
Bei einem neuen Bauteil liegt die Erstmusterlieferzeit üblicherweise bei 10 bis 16 Wochen. Davon entfallen typischerweise 4–6 Wochen auf den Werkzeugbau (Wachsspritzwerkzeug), 2–3 Wochen auf den Erstabguss inklusive Schalenaufbau und Wärmebehandlung, sowie der Rest auf Bemusterung, Prüfung und Logistik. Serienteile werden danach typischerweise in 4–8 Wochen Vorlauf disponiert.
Welche Mindeststückzahl ist im Feinguss üblich?
Die wirtschaftliche Untergrenze liegt bei den meisten europäischen Gießereien zwischen 50 und 200 Stück pro Auftrag, abhängig von Bauteilgröße und Werkstoff. Kleinere Stückzahlen sind technisch möglich, jedoch werkzeugkostenbedingt mit hohem Stückpreis verbunden. Für Prototypen ist häufig 3D-gedruckter Wachsmodell­bau (Quickcasting) eine wirtschaftliche Alternative zum klassischen Werkzeugbau.
Welche Prüfungen und Zeugnisse sollte ich bestellen?
Standard für sicherheitsrelevante Bauteile ist das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach DIN EN 10204 mit chemischer Analyse, mechanischen Kennwerten und Maßprotokoll. Für drucktragende Anwendungen (PED) oder Sauergas-Service (NACE MR0175) sind zerstörungsfreie Prüfungen — typischerweise PT (Eindringprüfung) oder RT (Röntgenprüfung) — zusätzlich vorzusehen. Die Auswahl richtet sich nach Bauteilkategorie und Anwendungsregelwerk.
§08Rechtliches

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